Redebeitrag der Soligruppe auf der Kundgebung: „Die fabelhafte Welt des gemeinschaftlichen Widerstands“ am 3. Juli 2021 in Berlin

Selbstbestimmte Räume werden bedroht, werden geräumt und eine gigantische Welle der Repression gegen Beteiligte und solidarische Menschen rollt über uns hinweg. Davon haben wir heute schon viel gehört.

Da kann schon ein Gefühl aufkommen, mit dem Rücken gegen die Wand gedrückt zu werden. Kein gutes Gefühl!

Dieses schlechte Gefühl ist nichts Neues und Unbekanntes!

Anfang der 90- er Jahre standen wir auch mit eben diesen Gefühlen da:

Der Zusammenbruch der real- sozialistischen Staaten führte zu einer Irritation in unseren wichtigen internationalistischen Zusammenhängen; die ideologische und materielle Unterstützung war weggebrochen und führte zu einer Suche nach neuen Wegen. Gleichzeitig waren alle Kräfte eingebunden, sich einem aufkommenden Nationalismus mit brutalen Auswirkungen entgegenzustellen. In dieser unübersichtlichen und irritierenden Situation zerfaserte sich die Linke in der Suche nach neuen Wegen. Weiterlesen

Die Kunst, sich nicht einsperren zu lassen (ak 672)

Nach mehr als 25 Jahren auf der Flucht ist Bernd Heidbreder in Venezuela gestorben. Thomas Walter über seinen Freund und Mitstreiter, staatlichen Verfolgungseifer und das Leben im Exil

Interview: Kristian Stemmler

Eine traurige Nachricht kam Ende Mai aus Venezuela. Bernd Heidbreder erlag im Alter von 60 Jahren in seinem Exil in den Anden einer Krebserkrankung. Er war Teil der Gruppe K.O.M.I.T.E.E., die 1995 versucht hatte, in Berlin-Grünau ein im Ausbau befindliches Abschiebegefängnis zu sprengen. Mit seinen beiden Mitstreitern konnte er flüchten, die deutschen Behörden jagten die drei mit obsessivem Aufwand. Sein Freund und Genosse Thomas Walter beantwortete aus Venezuela Fragen zu Bernd Heidbreder, seinem politischen Wirken, dem gemeinsamen Leben im Exil und zum Thema Militanz. Weiterlesen

1995: Ein Genosse geht ins Exil und kehrt nun nie mehr zurück (Neues Deutschland vom 04.06.2021)

Der Aktivist Bernd Heidbreder ist gestorben. Nachruf eines Weggefährten

Detta Schäfer

Am 27. Mai 2021 verstarb unser Freund und Genosse Bernd Heidbreder mit 60 Jahren im Krankenhaus in Venezuela. Vier Wochen zuvor hatte Bernd über Schwindelanfälle und Sehstörungen geklagt. Vor zwei Wochen wurde dann dieser schnell wachsende Gehirntumor entdeckt und sofort eine Notoperation durchgeführt. Sein Leben konnte nicht gerettet werden.

Im Jahr 1995 war Bernd, wie seine beiden Freunde Thomas Walter und Peter Krauth, vor einer Verhaftung in Deutschland geflohen. 2014 wurde er in Venezuela festgenommen, kurze Zeit später tauchten dort auch die beiden anderen auf. Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Männern vor, unter dem Namen K.O.M.I.T.E.E. für einen Brandanschlag auf den Sitz des Kreiskommandos 852 in Bad Freienwalde im Jahr 1994 verantwortlich zu sein. Hintergrund der Aktion war die massive Unterstützung von Bundeswehr, deutschen Rüstungskonzernen und der Bundesregierung für den mörderischen Kampf des türkischen Staates gegen das kurdische Volk. Weiterlesen