Die autonome, militante Gruppe K.O.M.I.T.E.E. verübte 1994 einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundeswehr in Bad Freienwalde, um auf die Beteiligung Deutschlands am Krieg gegen die Kurd*innen aufmerksam zu machen. „Deutschland ist Kriegspartei in Kurdistan“. Bei der zweiten Aktion am 11. April 1995 sollte das im Bau befindliche Abschiebegefängnis in Berlin-Grünau gesprengt werden. Dazu kam es nie.

Eine Polizeistreife wurde in der Nähe des Abschiebeknastes auf zwei Autos aufmerksam. Als sie diese durchsuchte, fand sie Sprengsätze und anderes Material, welches auf die Aktion hinwies. Im Zuge dessen gerieten Bernhard Heidbreder, Peter Krauth und Thomas Walter auf die Fahndungsliste des BKA und tauchten unter.

Die internationale Fahndung nach den Dreien und der Repressionsdruck auf das Umfeld der Gesuchten liefen 19 Jahre lang ins Leere. Im Juli 2014 wurde Bernhard in Venezuela entdeckt und daraufhin festgenommen. Das von der BRD gestellte Auslieferungsersuchen lehnte im Oktober 2015 das höchste venezolanischen Gericht TSJ (Tribunal Supremo de Justicia) ab. Die Bernhard vorgeworfenen Taten waren nach venezolanischem Recht längst verjährt. Trotzdem saß er nach diesem Urteil noch neun Monate ohne rechtliche Grundlage im Knast.

Bernhard stellte nach seiner Freilassung 2016 einen Asylantrag in Venezuela. 2017 tauchen Peter und Thomas auf. Auch sie beantragten in Venezuela Asyl. Die dadurch entstandene legale Situation ermöglichte ihnen, wieder Kontakt zu Familie und Freund*innen aufzunehmen.